Erzgebirgskrimi-Star Teresa Weißbach kritisiert TV-Trend: Frauen über 50 im deutschen Fernsehen kaum sichtbar
Photo: ZDF/Armin Dierolf, Saskia Bergelt (Teresa Weißbach, l.), Karina Szabo (Lara Mandoki, M.) and Robert Winkler (Kai Scheve, r.) in the "Erzgebirgskrimi".

Erzgebirgskrimi-Star Teresa Weißbach kritisiert TV-Trend: Frauen über 50 im deutschen Fernsehen kaum sichtbar

Die Schauspielerin Teresa Weißbach, bekannt aus der beliebten ZDF-Krimireihe „Erzgebirgskrimi“, hat deutliche Kritik an der Rollenverteilung im deutschen Fernsehen geäußert. Ihrer Meinung nach werden Frauen über 50 auf dem Bildschirm zunehmend unsichtbar, obwohl sie im echten Leben eine wichtige und aktive Rolle spielen.

In einem Interview sprach die 44-jährige Darstellerin offen darüber, dass dieses Problem seit Jahren existiere – und sich kaum etwas daran ändere.

TV-Drehbücher zeigen meist nur junge Frauen

Weißbach erklärt, dass viele Drehbücher im Fernsehen weiterhin hauptsächlich junge weibliche Figuren zeigen. Dadurch entstehe ein Bild, das mit der Realität vieler Zuschauerinnen wenig zu tun habe.

„Das beschäftigt mich sehr“, sagte die Schauspielerin. „Leider ist es schon lange eine bekannte Realität im Fernsehen. In vielen Drehbüchern kommen fast ausschließlich junge Frauen vor. Das entspricht einfach nicht dem echten Leben.“

Gerade Frauen um die 50 Jahre würden im wirklichen Leben häufig eine neue Phase beginnen – etwa wenn die Kinder aus dem Haus sind oder sie beruflich neue Wege einschlagen. Doch im Fernsehen sehe man sie meist nur in klassischen Nebenrollen.

„Auf dem Bildschirm sind sie oft nur die betrogene Ehefrau, Mutter oder Großmutter. Erfolgreiche Frauen über 50 kommen kaum vor“, kritisiert Weißbach.

Publikum fühlt sich oft nicht mehr angesprochen

Die Schauspielerin glaubt, dass viele Zuschauerinnen diese Entwicklung ebenfalls bemerken. Auch Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld würden sich darüber beschweren.

„Meine Mutter und meine Tante sagen oft, dass sie sich vom Fernsehprogramm kaum angesprochen fühlen“, erzählt Weißbach. Ihrer Meinung nach werde eine ganze Generation von Zuschauerinnen zu wenig berücksichtigt.

Obwohl Schauspielerinnen und Kollegen diese Problematik immer wieder innerhalb von Produktionen ansprechen würden, passiere bislang zu wenig, um die Situation wirklich zu verändern.

Strukturen in der Branche als Ursache

Als mögliche Gründe nennt Weißbach vor allem strukturelle Probleme innerhalb der Fernsehsender. Zudem orientiere sich die Branche stark am amerikanischen Modell.

„Man muss sich nur ansehen, wer die Entscheidungen trifft“, erklärt sie. Häufig beginne das Problem bereits bei den Drehbüchern.

Ein Beispiel nennt die Schauspielerin besonders kritisch: Wenn eine spannende Frauenfigur auftauche – etwa eine alleinerziehende Mutter, die beruflich neu durchstartet – werde diese Rolle oft von einer deutlich jüngeren Schauspielerin gespielt.

„Dann wird eine Frau Mitte 30 besetzt. Da frage ich mich: Warum eigentlich?“ sagt Weißbach.

Seit sieben Jahren Teil des „Erzgebirgskrimi“

Teresa Weißbach gehört seit sieben Jahren zur Hauptbesetzung der erfolgreichen ZDF-Reihe „Erzgebirgskrimi“. Die Serie zählt zu den populärsten Krimiformaten im deutschen Fernsehen und erreicht regelmäßig mehr als sechs Millionen Zuschauer.

In der neuen Folge mit dem Titel „Mordholz“ steht erneut ein mysteriöser Fall im Mittelpunkt.

Der wohlhabende Holzunternehmer Karl Zenker wird tot im Wald gefunden. Die Ermittlungen führen Kommissar Robert Winkler, Ermittlerin Karina Szabo und Försterin Saskia Bergelt – gespielt von Weißbach – tief in ein Geflecht aus illegalen Holzgeschäften, Diebstahl und dunklen Geheimnissen.

Im dichten Wald des Erzgebirges stoßen die Ermittler auf zahlreiche Verdächtige. Schritt für Schritt versuchen sie herauszufinden, wer hinter dem Mord steckt und welche Rolle die undurchsichtigen Geschäfte der Holzindustrie spielen.

Debatte über Altersrollen im Fernsehen gewinnt an Bedeutung

Die Kritik von Teresa Weißbach greift eine Diskussion auf, die in der Film- und Fernsehbranche seit Jahren geführt wird: Welche Geschichten werden erzählt – und wer darf sie erzählen?

Viele Schauspielerinnen berichten, dass die Auswahl an Rollen mit zunehmendem Alter deutlich kleiner wird. Gleichzeitig wächst jedoch die Zahl der Zuschauerinnen, die sich realistischere und vielfältigere Figuren wünschen.

Weißbach ist überzeugt, dass sich daran etwas ändern muss. Für sie geht es nicht nur um Karrierechancen für Schauspielerinnen, sondern auch darum, die Lebensrealität vieler Menschen authentisch darzustellen.

„Ich hoffe, dass sich diese Entwicklung verändert“, sagt sie. „Denn Geschichten über starke Frauen hören nicht mit 40 auf.“

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