Olympische Winterspiele 2026: Italien feiert Gold, Schweden dominiert Auftakt

Francesca Lollobrigida feiert ihren goldenen Moment gemeinsam mit ihrem Sohn Tommaso. Foto: Piroschka Van De Wouw/Reuters
Olympische Winterspiele 2026: Italiens Goldmoment, Schweizer Überraschung und Schwedens klare Ansage

Der erste Wettkampftag der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo hat eindrucksvoll gezeigt, was diese Spiele prägen wird: große Emotionen, historische Leistungen und frühe Machtverschiebungen zwischen den Wintersport-Nationen. Vor allem Italien nutzte den Heimvorteil, während Schweden und die Schweiz sportlich deutliche Zeichen setzten.

Im Mittelpunkt stand Francesca Lollobrigida, die im Eisschnelllauf über 3.000 Meter für einen der bewegendsten Momente des Tages sorgte. An ihrem 35. Geburtstag lief die Italienerin zu olympischem Gold und stellte dabei einen neuen Olympiarekord auf. Mit 3:54,28 Minuten unterbot sie die bisherige Bestmarke aus Peking deutlich und ließ der Konkurrenz keine Chance.

Noch bevor die letzten Läuferinnen im Ziel waren, wurde ihrem zweijährigen Sohn Tommaso der Weg ins Innenfeld geebnet. Nach dem offiziellen Sieg lief Lollobrigida quer durch das Stadion, um ihn in die Arme zu schließen – ein Bild, das den Milano Ice Park elektrisierte. Für die Italienerin war es das erste olympische Gold nach Silber bei den Spielen 2022 und zugleich ein symbolischer Erfolg als Mutter im Leistungssport.

Silber ging an Norwegen, Bronze an Kanadas Valérie Maltais. Besonders bemerkenswert: Favoritinnen aus den Niederlanden und Norwegen konnten Lollobrigidas Zeit zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährden.

Auch im alpinen Skisport schrieb der Auftakt Geschichte. In der Männer-Abfahrt überraschte der Schweizer Franjo von Allmen mit einer sensationellen Fahrt und holte Gold – deutlich vor dem als Topfavoriten gehandelten Marco Odermatt, der leer ausging. Für von Allmen war es der größte Erfolg seiner Karriere und der Lohn eines ungewöhnlichen Weges, der ihn einst über Baustellenjobs und Crowdfunding zurück in den Spitzensport führte.

Italien durfte dennoch jubeln: Giovanni Franzoni gewann Silber, Dominik Paris sicherte sich mit Bronze seine erste olympische Medaille im fünften Anlauf. Franzoni widmete seinen Erfolg dem im Vorjahr tödlich verunglückten Teamkollegen Matteo Franzoso – ein Moment, der weit über den Sport hinausging.

Für sportliche Brisanz sorgte zudem der Langlauf. Im Frauen-Skiathlon setzte Schweden ein frühes Ausrufezeichen gegen Erzrivale Norwegen. Frida Karlsson gewann Gold vor Teamkollegin Ebba Andersson und sicherte den Schwedinnen einen Doppelsieg. Norwegen musste sich mit Bronze begnügen – ein erstes Warnsignal in einem traditionell norwegisch dominierten Wettbewerb.

Abseits der Rennen beschäftigten organisatorische Themen die Spiele. Das Internationale Olympische Komitee wies Berichte über einen Norovirus-Ausbruch zurück, nachdem mehrere Eishockeyspielerinnen positiv getestet worden waren. Zudem bestätigte der Sportgerichtshof das Verbot neuer Helme für das britische Skeleton-Team.

Nach Tag eins führen Italien, Japan und Norwegen gemeinsam den Medaillenspiegel an, dicht gefolgt von Schweden und der Schweiz. Für die Gastgeber ist es ein Auftakt nach Maß – sportlich erfolgreich und emotional kaum zu übertreffen.

Alle offiziellen Zeitpläne, Ergebnisse und Medaillenstände werden laufend vom Internationalen Olympischen Komitee veröffentlicht und sind auf der offiziellen Website der Olympischen Winterspiele abrufbar.