Ăber den Kanarischen Inseln braut sich eine auĂergewĂśhnliche Wetterlage zusammen. Während sich in Deutschland vielerorts freundliches Hochdruckwetter hält, geraten die beliebten Urlaubsinseln im Atlantik unter den Einfluss von Tief âThereseâ. Die Folge sind heftiger Regen, orkanartige BĂśen und meterhohe Wellen, die den Alltag auf mehreren Inseln bereits massiv beeinträchtigen.
AuslÜser ist eine sogenannte Omega-Wetterlage. Meteorologen bezeichnen damit ein blockierendes Muster in der Atmosphäre, bei dem sich Hoch- und Tiefdruckgebiete ßber längere Zeit kaum verlagern. Genau dieses Muster sorgt nun dafßr, dass das Tief ßber den Kanaren festhängt und immer wieder feuchte Luftmassen ßber die Inselgruppe fßhrt. Während Mitteleuropa davon mit ruhigem Wetter profitiert, treffen die Auswirkungen die Kanaren mit voller Wucht.
Sturm Therese bringt auĂergewĂśhnliche Regenmengen
In einzelnen Regionen kĂśnnten sich die Niederschläge auf bis zu 300 Liter pro Quadratmeter summieren. FĂźr viele Orte wäre das eine Menge, die weit Ăźber dem Durchschnitt fĂźr März liegt. Besonders kritisch ist dabei, dass auch Inselgebiete betroffen sind, die normalerweise vergleichsweise trocken bleiben. Dadurch steigt das Risiko von Ăberschwemmungen in StraĂen, Ortschaften und tiefer gelegenen KĂźstenabschnitten deutlich an.
Hinzu kommen starke Windfelder. In hĂśheren Lagen werden BĂśen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erwartet. An den KĂźsten tĂźrmen sich die Wellen teils auf fĂźnf bis acht Meter auf. Selbst in sonst touristisch stark frequentierten Regionen wird das Wetter damit zu einem Sicherheitsrisiko. Laufend aktualisierte Warnlagen verĂśffentlicht auch der spanische Wetterdienst Aemet.
Schulen geschlossen und Einschränkungen im Alltag
Die BehĂśrden haben bereits reagiert. Auf Inseln wie Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro blieben Schulen und Kindergärten geschlossen. FĂźr den gesamten Archipel wurden weitere VorsichtsmaĂnahmen vorbereitet. Menschen wurden aufgefordert, unnĂśtige Wege zu vermeiden und mĂśglichst im Homeoffice zu arbeiten, falls das machbar ist.
Auch fßr Urlauber wird die Lage zunehmend ungemßtlich. Wegen der angespannten Wetterentwicklung drohen Flugumleitungen, Ausfälle und Einschränkungen im Fährverkehr zwischen den Inseln. Mehrere Verbindungen standen bereits unter Druck, da starker Wind und hoher Wellengang sichere Abfahrten erschweren.
Erdrutsche, Sturzfluten und Schnee in hĂśheren Lagen
Die Gefahr beschränkt sich nicht nur auf Regen und Wind. In tiefer gelegenen Gebieten werden Ăberflutungen erwartet, während in Schluchten und Barrancos plĂśtzlich auftretende Sturzfluten mĂśglich sind. Auf den steilen Hängen wächst zugleich die Gefahr von Erdrutschen, weil die BĂśden in kurzer Zeit groĂe Wassermengen aufnehmen mĂźssen.
In hĂśheren Lagen kann sich die Wetterlage sogar winterlich anfĂźhlen. Oberhalb von etwa 1.800 Metern ist Schneefall nicht ausgeschlossen. Damit zeigt das Tief âThereseâ ein ungewĂśhnlich breites Spektrum an Wetterextremen â von Starkregen und Brandung an den KĂźsten bis hin zu winterlichen Bedingungen auf den Bergen.
Teide verstärkt die Regengefahr auf Teneriffa
Besonders auf Teneriffa spielt der Teide eine wichtige Rolle. Der mehr als 3.700 Meter hohe Vulkan zwingt feuchte Luft zum Aufsteigen. Dadurch bilden sich dichtere Wolken, und die Niederschläge kĂśnnen an den Berghängen zusätzlich verstärkt werden. In steilem Gelände flieĂt das Wasser dann schnell talwärts ab, was lokale Ăberschwemmungen nochmals verschärfen kann.
Gerade diese Mischung aus Topografie und festhängendem Tief macht die aktuelle Lage so brisant. Was meteorologisch wie ein blockiertes System erscheint, kann vor Ort in sehr kurzer Zeit zu gefährlichen Situationen fßhren.
Wetterlage im Ăberblick: Tief âThereseâ bleibt Ăźber den Kanaren nahezu stationär, bringt bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter, schwere See, stĂźrmische BĂśen und ein deutlich erhĂśhtes Risiko fĂźr Ăberflutungen, Erdrutsche und Reiseunterbrechungen.
Eine spßrbare Entspannung wird erst zu Beginn der kommenden Woche erwartet. Dann soll das Tief allmählich nach Sßden abziehen und seinen Einfluss verlieren. Bis dahin bleiben die Kanarischen Inseln in einer angespannten Lage, die Bewohner ebenso wie Reisende aufmerksam verfolgen mßssen.















