Ethereum ist mit deutlichem Gegenwind in den Februar gestartet. Am 1. Februar fiel der ETH-Preis im Tagesverlauf unter die Marke von 2.300 US-Dollar und setzte damit den seit Wochen anhaltenden Abwärtstrend fort. Für viele Marktteilnehmer in Europa wirkt die Bewegung weniger wie ein kurzfristiger Ausrutscher – sondern eher wie eine späte Abrechnung mit zu viel Hebel im System.
Nach Daten von Binance wurde Ethereum zeitweise bei rund 2.299 USDT gehandelt, was einem Rückgang von fast 10 Prozent innerhalb von 24 Stunden entspricht. Zuvor hatte der Kurs Tagestiefs nahe 2.286 US-Dollar markiert, bevor eine leichte technische Stabilisierung einsetzte. Von einer echten Trendwende sprechen Händler jedoch noch nicht.
Der Blick auf die größeren Zeiträume unterstreicht die Schwächephase: Auf Monatssicht liegt Ethereum rund 26 Prozent im Minus, innerhalb von drei Monaten summieren sich die Verluste sogar auf mehr als 36 Prozent. Gerade für langfristig orientierte Anleger in Deutschland stellt sich damit zunehmend die Frage, ob es sich um eine gesunde Korrektur oder um einen strukturell schwierigeren Markt handelt.
Besonders aufmerksam verfolgen Trader derzeit die sogenannten Liquidationszonen – also Preisbereiche, in denen stark gehebelte Positionen zwangsweise aufgelöst werden könnten. Daten von Coinglass, die unter anderem von ChainCatcher ausgewertet werden, zeigen zwei kritische Schwellen, die für erhöhte Volatilität sorgen könnten.
Sollte Ethereum wieder über etwa 2.477 US-Dollar steigen, könnten sich Short-Positionen im Volumen von über einer Milliarde US-Dollar auflösen. In diesem Szenario würde eine schnelle Aufwärtsbewegung vermutlich durch automatisierte Rückkäufe zusätzlich beschleunigt.
Auf der Unterseite liegt eine ebenso relevante Zone bei rund 2.245 US-Dollar. Fällt ETH nachhaltig unter dieses Niveau, drohen Long-Liquidationen von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Angesichts der aktuellen Kursnähe zu diesem Bereich reicht bereits eine moderate Verkaufswelle, um den Druck deutlich zu erhöhen.
Diese Konstellation erklärt, warum sich der Markt aktuell nervös und richtungslos zeigt. Statt klarer Trends dominieren schnelle Bewegungen, ausgelöst durch das sukzessive Abbauen von Hebelpositionen. Viele professionelle Marktteilnehmer sehen darin eine notwendige, wenn auch schmerzhafte Marktbereinigung.
Auch die Stimmungslage spiegelt diese Unsicherheit wider. Auf großen Krypto-Plattformen überwiegen inzwischen skeptische Einschätzungen, während positive Stimmen deutlich seltener geworden sind. In der Vergangenheit ging eine solche Zurückhaltung häufig Phasen voraus, in denen sich der Markt neu sortieren musste.
Das könnte dich auch interessieren
Bitcoin-Preis heute: BTC hält sich nahe 77.000 US-Dollar nach einer Liquidationswelle
Was die Liquidationsbewegung ausgelöst hat, welche Kursmarken jetzt wichtig werden und warum die Volatilität Anleger erneut nervös macht.
Technisch betrachtet bewegte sich Ethereum innerhalb einer breiten 24-Stunden-Spanne zwischen etwa 2.286 und 2.472 US-Dollar. Auf Wochensicht liegt der Kurs fast 18 Prozent im Minus – ein klares Signal dafür, dass kurzfristige Erholungen bislang eher zum Verkauf genutzt werden als zum Aufbau neuer Positionen.
Langfristig verweisen einige Investoren darauf, dass der aktuelle Preis weit vom Allzeithoch bei rund 4.954 US-Dollar entfernt ist und sich fundamentale Netzwerkdaten weniger dramatisch entwickelt haben als der Kurs selbst. Kurzfristig jedoch bleibt die Preisentwicklung der dominierende Faktor – und der Markt reagiert entsprechend sensibel.
Ob Ethereum in den kommenden Tagen Boden findet oder weiter nachgibt, dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell überschüssiger Hebel aus dem Markt verschwindet. Solange große Liquidationscluster in unmittelbarer Nähe des aktuellen Preises liegen, ist mit erhöhter Schwankungsbreite zu rechnen.
Viele Händler beobachten daher aufmerksam, ob ETH die Zone zwischen 2.400 und 2.450 US-Dollar zurückerobern kann – oder ob ein Bruch unter 2.245 US-Dollar eine neue Verkaufsdynamik auslöst. Für Echtzeit-Einblicke in Liquidationsdaten greifen Marktteilnehmer häufig auf Übersichten wie Coinglass zurück.











