Omega-Wetterlage trifft Kanaren: Sturm Therese bringt 300 Liter Regen und sorgt für Chaos auf Urlaubsinseln
Photo: mauritius images/Alan Dawson/Alamy/Alamy Stock Photos

Omega-Wetterlage trifft Kanaren: Sturm Therese bringt 300 Liter Regen und sorgt für Chaos auf Urlaubsinseln

Über den Kanarischen Inseln braut sich eine außergewöhnliche Wetterlage zusammen. Während sich in Deutschland vielerorts freundliches Hochdruckwetter hält, geraten die beliebten Urlaubsinseln im Atlantik unter den Einfluss von Tief „Therese“. Die Folge sind heftiger Regen, orkanartige Böen und meterhohe Wellen, die den Alltag auf mehreren Inseln bereits massiv beeinträchtigen.

Auslöser ist eine sogenannte Omega-Wetterlage. Meteorologen bezeichnen damit ein blockierendes Muster in der Atmosphäre, bei dem sich Hoch- und Tiefdruckgebiete über längere Zeit kaum verlagern. Genau dieses Muster sorgt nun dafür, dass das Tief über den Kanaren festhängt und immer wieder feuchte Luftmassen über die Inselgruppe führt. Während Mitteleuropa davon mit ruhigem Wetter profitiert, treffen die Auswirkungen die Kanaren mit voller Wucht.

Sturm Therese bringt außergewöhnliche Regenmengen

In einzelnen Regionen könnten sich die Niederschläge auf bis zu 300 Liter pro Quadratmeter summieren. Für viele Orte wäre das eine Menge, die weit über dem Durchschnitt für März liegt. Besonders kritisch ist dabei, dass auch Inselgebiete betroffen sind, die normalerweise vergleichsweise trocken bleiben. Dadurch steigt das Risiko von Überschwemmungen in Straßen, Ortschaften und tiefer gelegenen Küstenabschnitten deutlich an.

Hinzu kommen starke Windfelder. In höheren Lagen werden Böen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erwartet. An den Küsten türmen sich die Wellen teils auf fünf bis acht Meter auf. Selbst in sonst touristisch stark frequentierten Regionen wird das Wetter damit zu einem Sicherheitsrisiko. Laufend aktualisierte Warnlagen veröffentlicht auch der spanische Wetterdienst Aemet.

Schulen geschlossen und Einschränkungen im Alltag

Die Behörden haben bereits reagiert. Auf Inseln wie Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro blieben Schulen und Kindergärten geschlossen. Für den gesamten Archipel wurden weitere Vorsichtsmaßnahmen vorbereitet. Menschen wurden aufgefordert, unnötige Wege zu vermeiden und möglichst im Homeoffice zu arbeiten, falls das machbar ist.

Auch für Urlauber wird die Lage zunehmend ungemütlich. Wegen der angespannten Wetterentwicklung drohen Flugumleitungen, Ausfälle und Einschränkungen im Fährverkehr zwischen den Inseln. Mehrere Verbindungen standen bereits unter Druck, da starker Wind und hoher Wellengang sichere Abfahrten erschweren.

Erdrutsche, Sturzfluten und Schnee in höheren Lagen

Die Gefahr beschränkt sich nicht nur auf Regen und Wind. In tiefer gelegenen Gebieten werden Überflutungen erwartet, während in Schluchten und Barrancos plötzlich auftretende Sturzfluten möglich sind. Auf den steilen Hängen wächst zugleich die Gefahr von Erdrutschen, weil die Böden in kurzer Zeit große Wassermengen aufnehmen müssen.

In höheren Lagen kann sich die Wetterlage sogar winterlich anfühlen. Oberhalb von etwa 1.800 Metern ist Schneefall nicht ausgeschlossen. Damit zeigt das Tief „Therese“ ein ungewöhnlich breites Spektrum an Wetterextremen – von Starkregen und Brandung an den Küsten bis hin zu winterlichen Bedingungen auf den Bergen.

Teide verstärkt die Regengefahr auf Teneriffa

Besonders auf Teneriffa spielt der Teide eine wichtige Rolle. Der mehr als 3.700 Meter hohe Vulkan zwingt feuchte Luft zum Aufsteigen. Dadurch bilden sich dichtere Wolken, und die Niederschläge können an den Berghängen zusätzlich verstärkt werden. In steilem Gelände fließt das Wasser dann schnell talwärts ab, was lokale Überschwemmungen nochmals verschärfen kann.

Gerade diese Mischung aus Topografie und festhängendem Tief macht die aktuelle Lage so brisant. Was meteorologisch wie ein blockiertes System erscheint, kann vor Ort in sehr kurzer Zeit zu gefährlichen Situationen führen.

Wetterlage im Überblick: Tief „Therese“ bleibt über den Kanaren nahezu stationär, bringt bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter, schwere See, stürmische Böen und ein deutlich erhöhtes Risiko für Überflutungen, Erdrutsche und Reiseunterbrechungen.

Eine spürbare Entspannung wird erst zu Beginn der kommenden Woche erwartet. Dann soll das Tief allmählich nach Süden abziehen und seinen Einfluss verlieren. Bis dahin bleiben die Kanarischen Inseln in einer angespannten Lage, die Bewohner ebenso wie Reisende aufmerksam verfolgen müssen.

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